Bad Birnbacher Kulturspatz

22 Das ländliche Bad hat sich für die Ausrichtung einer Landesgartenschau beworben. Jetzt war eine Bewertungskommission vor Ort, um das vorgelegte Konzept zu prüfen. Eine Entscheidung ist freilich noch nicht gefallen. Das werde am Ende des Rundgangs, möglicherweise bis Ende August dauern. Von einem Ensemble der Sing- und Musikschule wurde die Delegation der Bayerischen Landesgartenschau GmbH unter Führung des Vorsitzenden der Gesellschafterversammlung Gerhard Zäh und Geschäftsführer Martin Richter-Liebald empfangen. Teilgenommen an der Vergabefahrt haben Vertreter verschiedener Ministerien und Verbände aus den Bereichen Gärtnerei, Gartenbau und Landespflege, aber auch vom Bayerischen Städte- und Gemeindetag. Bürgermeisterin Dagmar Feicht führte die Gruppe ins Artrium. Dort hätte Planerin Andrea Gebhard ihre Präsentation gerne „live“ vor Ort gezeigt. Wegen einer Corona-Infektion war sie per Video zugeschaltet. Die technischen Voraussetzungen dafür hatte Marina Reiss von der Kurverwaltung geschaffen. Vor Ort waren mit Bettina Hämmerle und Katrin Rismont zwei Mitarbeiterinnen von Andrea Gebhard, außerdem Städteplaner Erwin Wenzl. „Kann man sich als Ort wie Bad Birnbach überhaupt bewerben“, das sei die Ausgangsfrage gewesen, wie Dagmar Feicht deutlich machte. Über Erwin Wenzl sei der Kontakt zu Andrea Gebhard entstanden. Die Begeisterung dafür war groß: Der Marktgemeinderat stimmte einstimmig zu. Mit Grundbesitzern wurden positive Vorgespräche geführt, und die Bürgerbeteiligung habe viele positive Eindrücke hinterlassen, erklärte die Bürgermeisterin. Die Planerin Andrea Gebhard ist erfolgreiche Landesplanerin und Stadtplanerin und seit 2021 Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, 2005 war sie selbst Geschäftsführerin der Bundesgartenschau in München. Als Tochter des städtebaulichen Vaters des ländlichen Bades, Prof. Helmut Gebhard, ist sie mit dem ländlichen Bad bestens vertraut. Sie erläuterte dem Gremium ihr Konzept „Vitale Landschaft Bad Birnbach“. Es gehe um einen historisch gewachsenen Ort, der sich in den letzten Jahrzehnten stets mit Planung auseinandergesetzt und nach einem Gesamtstrukturkonzept gestrebt habe. Sie zählte viele Bewerbung Landesgartenschau Bewertungskommission zu Gast in Bad Birnbach Stärken auf, etwa innerörtliche Wegeverbindungen, die qualitätvolle städtebauliche Entwicklung des Kurgebietes im ländlichen Kontext bis hin zu Innovationen wie dem ersten autonom fahrenden Bus, sie kam in der Bestandsanalyse aber auch auf Schwächen zu sprechen. Ein ungestalteter Ortsauftakt hier, fehlende Übergänge zwischen Siedlung und Landschaft und die fehlende Einbindung der Kulturlandschaft in die Ortsstruktur – auch hier gab es eine ganze Reihe von Aspekten und Herausforderungen. Eine davon ist die Weiterentwicklung des Sport- und Freizeitgeländes, eine weitere ist der Birnbach, der renaturiert werden soll – eine ökologische Aufwertung, aber auch eine, die für mehr Wasserhaltung und Hochwasserschutz sorgen kann. Der Kurpark soll um den „Park der Generationen“ erweitert werden. Besonders wichtige Akteure sollen die Landwirte sein, betonte sie. Es gehe um das Miteinander, es gehe um Themen wie Biodiversität, Artenvielfalt und Nachhaltigkeit. Was folgte, war ein ausgiebiger Rundgang durch den Kurpark. Ein besonderes Augenmerk wurde dabei auf jene Punkte gelegt, wo Park und landwirtschaftliche Flächen schon jetzt aneinandergrenzen. Natürlich gab es viele Fragen, die neben Bürgermeisterin Dagmar Feicht von Geschäftsleiter Kurt Tweraser, dem stellv. Leiter des Bauamtes, Armin Perzl und dem Leiter der Kurverwaltung, Viktor Gröll beantwortet wurden. Ein weiteres Bündel an Fragen betraf die Risikoanalyse, das fiel freilich unter den nichtöffentlichen Teil. Die Verantwortlichen aus dem ländlichen Bad und aus dem Planerteam strahlten am Ende viel Zuversicht aus, dass es ab 2029 im ländlichen Bad eine Landesgartenschau geben kann. -vg

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