Bad Birnbacher Kulturspatz

23 Naturbeobachtung und Tierportrait Babyalarm im Kurort: Die Birnbacher Störche Lurch des Jahres 2022: Die Wechselkröte (Bufotes viridis) Es ist beinahe unmöglich, ihn nicht zu sehen: Mitten im Kurort befindet sich der Horst der Störche auf dem alten Brauereikamin. Im August 2014 ließ Monica Gräfin von Arco auf Valley eine Nisthilfe dort errichten. Schon 2015 landete der erste Weißstorch auf dem Nest. Inzwischen sind insgesamt 8 flügge Jungvögel in Bad Birnbach ausgeflogen. Dies ist besonders erfreulich, weil zuvor in unserem Landkreis Weißstörche nur auf dem Zug oder bei der Rast beobachtet worden waren. Auch in diesem Jahr sind zwei Jungstörche in diesem Nest geschlüpft. Es ist eine große Freude die eleganten Vögel über den Ort und das Rottal fliegen zu sehen. Immer wieder begegnen wir ihnen auch im Kurpark. Ob sie, wie bereits im Jahr 2020, bei uns überwintern oder die kalte Jahreszeit doch lieber im Süden verbringen, werden wir noch erfahren. Es ist eine Wonne, die Störche im Horst oder auf den Wiesen zu beobachten. Wie sich die Jungen von den Altvögeln auseinanderhalten lassen? Die Storchenkinder haben einen grauen Schnabel, die Altvögel einen rötlichen. Wir wünschen Ihnen viel Freude und Glück bei Ihren Naturerkundungen! - Nadia Baumgart Die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT e. V.) hat die Wechselkröte zum Lurch des Jahres 2022 gekürt. Mit ihren sechs bis acht Zentimetern Länge und dem beige-grünen Fleckenmuster wird sie leicht übersehen. Sie besitzt die Fähigkeit, ihre Farbe dem Untergrund anzupassen. Auf hellem Untergrund wird auch ihre Hautfärbung heller. Die Wechselkröte gilt in Deutschland als stark gefährdet, in Bayern ist sie sogar vom Aussterben bedroht. Deshalb ist sie streng geschützt. Vor allem Lebensraumverluste machen der Wechselkröte zu schaffen. Ursprünglich besiedelte sie dynamische Flussauen, wie es sie auch am Unteren Inn früher einmal gab. Ein Ausweichen auf Kiesgruben wurde nötig. Neben Biotopverlusten machen auch Biotopzerschneidungen und die Industrialisierung der Landwirtschaft der Wechselkröte das Leben schwer. Die verbleibenden LeDie Storchenkinder machen Flugübungen. Die zwei Jungvögel im Mai dieses Jahres. bensräume werden oft durch Gift- und Düngereintrag unbrauchbar. Zusätzlich entzieht das Insektensterben der Wechselkröte ihre Nahrungsgrundlage. Ein Wiederansiedelungs-Projekt des Landschaftspflegeverbandes Rottal-Inn macht Hoffnung, dass die Wechselkröte bald wieder beobachtet werden kann. (Quelle: www.dght.de, Foto: Trapp)

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