Bad Birnbacher Kulturspatz

18 Krönender Abschluss der Ausstellung „Ferne“ im Artrium Neue Kunstausstellung im Artrium von Krystyna Albrecht Kunst Die Ausstellung „Ferne“ über den Künstler Josef Karl Nerud (1900-1982) im Artrium ging nach mehreren Wochen zu Ende. Zum Abschluss gab es dort eine ganz besondere Führung. Dabei hatten Michael Nerud, Sohn des Künstlers, Kuratorin Dr. Andrea Schilz, Kathrin Zenger von der Kreisentwicklung und der Leiter der Kurverwaltung, Viktor Gröll, einen aktiven Part. Die Ausstellung bestand aus hochwertigen Nachdrucken bedeutender Werke Neruds, aber auch aus einer Reihe von Originalen, die sich im Besitz des Marktes Bad Birnbach befinden. Der damalige Bürgermeister Hans Putz hatte sie für das 1978 fertiggestellte Rathaus am Neuen Marktplatz gekauft. Michael Nerud gab tiefe Einblicke in das Leben seines Vaters, aber auch der ganzen Familie. 1900 geboren, studierte er an der Kunstakademie in München und schloss sich danach einer Künstlergruppe an, feierte rasch Erfolge. Doch das nahm mit der Machtergreifung der Nazis ein jähes Ende. Erst nach dem Ende des Krieges ging es in künstlerischer Hinsicht wieder aufwärts. Eine bedeutende Begegnung sei jene mit dem Architekten Franz Ruf gewesen, erzählte Michael Nerud. Bedeutende Aufträge für die Kunst am Bau waren die Folge dieser Zusammenarbeit. Auch auf eines der bekanntesten Werke ging Michael Nerud ein: die Illustration für die Erzählung von Hemingway „Der alte Mann und das Meer“. Sie entstand 1952. Ein Jahr später folgte die „Reise nach Ibiza“, von der auch einige der Nachdrucke an den grau durchfärbten Wänden im Artrium erzählten. Ibiza, das sei damals noch eine abgeschottete, unbekannte Insel gewesen. „Man brauchte eine Einladung von Einheimischen und Bürgen“, erzählte Nerud, der als Kind mit der ganzen Familie an dieser Reise teilnehmen durfte. „Wir fanden ein autarkes Volk von Fischern, Bauern und ein paar Handwerkern vor“, erinnerte er sich. Diese Eindrücke gab sein Vater in seinen Werken auf das Wesentliche reduziert wieder. Das gilt natürlich auch für die Landschaftsmotive aus der eigenen Region, die aus den Beständen des Marktes Bad Birnbach zu sehen waren. Hier wurde mit Tusche gearbeitet oder mit Ölkreide. Gerade die Tusche-Zeichnungen seien immer ein großes Thema gewesen. Was die Ölkreide betrifft, habe der Künstler durch Übermalen Schattierungen erzeugt. Das Artrium und die Bezüge zum ländlichen Bad und seiner Philosophie erläuterte Viktor Gröll im Laufe des gut einstündigen Rundgangs. -vg Michael Nerud erläuterte die Werke des Vaters. Kathrin Zenger von der Kreisentwicklung (Mitte) und Kuratorin Dr. Andrea Schilz hörten aufmerksam zu. Foto: Gröll Krystyna Albrecht, geboren 1951 in Dombrowa-Bialistoka (Polen) ist gelernte Technische Zeichnerin. Sie lebt seit 30 Jahren in Deutschland und ist vor vier Jahren nach Bad Birnbach gezogen. Im Ruhestand hat sie ihren Hang zur Acrylmalerei gefunden, die sich in ihren vielseitigen Motiven widerspiegelt. Sie malt gerne geometrische Abstraktionen in verschiedenen Formen, aber auch Landschaften und Sonnenuntergänge sowie Blumenmotive. Die Ausstellung im Artrium ist ihre erste Ausstellung.

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