Bad Birnbacher Kulturspatz

63 Geistliches Wort Liebe Leserin, lieber Leser, Mittlerweile allerdings steht der Tag dick in meinem Kalender. Meine Frau und ich bieten seit Jahren am 14. Februar sogar einen Gottesdienst für Paare an. Dabei legen wir uns immer richtig ins Zeug, mit besonderer Musik, oft einer Theaterszene und immer mit Zeit zum miteinander Reden. Dabei haben wir gemerkt: Es tut gut, die Paarbeziehung zu pflegen (auch uns selbst). Mir ist auch irgendwann aufgefallen: Für den Anfang der Paarbeziehung haben wir als Kirche ein tolles Angebot, mit der kirchlichen Hochzeit und einem Fest mit dem Paar im Mittelpunkt. Und dann? Ein Besuch zur Goldenen Hochzeit? Das kann‘s doch wohl nicht sein. Liebe ist schließlich unser Thema. Und so feiern wir jedes Jahr unseren Valentinsgottesdienst und laden dazu ein. Wer in unserer Gemeindekartei ist und ein Jubiläum hat (ab 5 Jahre), bekommt eine persönliche Einladung dazu. Andere Paare kommen einfach so, und auch das ist gut. Der Ursprung des Tages ist übrigens ein kirchlicher. Valentin war, so heißt es, Bischof in Rom. Zu ihm sind Paare gekommen, die offiziell nicht heiraten durften: Sklaven, Paare aus unterschiedlichen Ständen und andere. Für Valentin war die Liebe wichtiger als traditionelle Regeln und er traute diese Paare. So wurde er zum Patron der Liebenden. Also, liebe Leserin, lieber Leser, pflegen Sie Ihre Partnerschaft! Nehmen Sie sich Zeit füreinander. Achten Sie aufeinander! Gerne mit Blumen, Aufmerksamkeiten, einem romantischen Essen. Und wenn es in diesem Jahr der gemeinsame Besuch des Faschingsballs ist, dann ist es auch gut. Einen gesegneten Valentinstag und überhaupt einen guten Februar wünscht Ihnen Ihr Arne Schnütgen Pfarrer Valentinstag in diesem Jahr geht alles viel schneller als sonst. Gerade erst war Weihnachten und der Jahreswechsel, schon sind wir mitten in der Faschingssaison, und bereits Mitte des Monats ist es auch schon wieder vorbei und die Fastenzeit beginnt. Vielleicht kennen Sie das ja auch, dieses „die-Zeit-vergeht-viel-schneller-als früher“-Gefühl. Allerdings: Diesmal ist es ganz objektiv so. Weil Ostern in diesem Jahr relativ früh ist, verdichtet sich der Zeitraum davor (Das Gegenstück dazu kommt dann nach den Pfingstferien, wenn das Schuljahr gefühlt eigentlich schon vorbei ist, aber es sich ewig hinzieht, bis die Ferien endlich beginnen. Lehrerinnen und Lehrer wissen, wovon ich spreche). Höhe- und Schlusspunkt der Karnevalssaison ist also in diesem Jahr schon Mitte Februar – und trifft da auf einen inoffiziellen Feiertag, der dadurch vielleicht in diesem Jahr etwas untergeht: den Valentinstag. In meiner Kindheit war das etwas, was allerhöchstens die Blumengeschäfte im Blick hatten. Mittlerweile haben auch die Süßigkeiten-Industrie, die Parfümverkäufer und das Hotel- und Gaststättengewerbe nachgezogen und bieten allerlei an, mit denen Pärchen, Paare und Verliebte ihre Verbindung zeigen können. Der Valentinstag: ein Fest für Paare. Alles nur Kommerz? Zugegeben, lange Zeit konnte ich damit nicht viel anfangen. Eine amerikanische Modeerscheinung halt, dachte ich. Auch in meinen Schüleraustauschjahr in Australien habe ich völlig verständnislos meine Mitschüler und Mitschülerinnen beobachtet, für die das Thema „Wer hat eine Valentinskarte bekommen, und vor allem – von wem?“ total wichtig war. Das war eine andere Kultur.

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