Bad Birnbacher Kulturspatz

20 Sozusagen nachträglich zum 30. Geburtstag, den das High-Tech-Unternehmen FotoFinder im Coronajahr 2021 feierte, rockten internationale Dermatologen das ländliche Bad. Das „Who is Who“ der Hautkrebsdiagnostik war mehrere Tage zu Gast in Bad Birnbach. Seit Jahren bewegt sich die Diagnose Hautkrebs im Spitzenfeld der häufigsten Krebsarten, Tendenz weiter steigend. Um Hautkrebs frühestmöglich zu erkennen, braucht es eine Dokumentation der gesamten Hautoberfläche und nicht nur einzelner Muttermale, so das Fazit der internationalen FotoFinder Academy. Erstmals seit Beginn der Pandemie brachte die FotoFinder Systems GmbH Ärzte aus der ganzen Welt nach Bad Birnbach. Nach der Zwangspause stand die Veranstaltung unter dem Motto „Rock Dermoscopy“ – als Ausdruck der Freude am persönlichen Treffen und der Leidenschaft am Fachbereich Dermato-Onkologie. Unter Leitung von Aimilios Lallas (Thessaloniki), Zoe Apalla (Thessaloniki) und Raimonds Karls (Riga) tauchten 50 Dermatologen aus 21 Ländern der Hautkrebsdiagnostik ein. Mit Workshoptiteln wie „Paint it black“ oder „White Wedding“ wurden die Formen des schwarzen Hautkrebses behandelt wie helle Hautkrebsarten. Alle drei Referenten betonten die Bedeutung der Ganzkörperkartographie (Total Body Mapping) für die Untersuchung von Hautkrebs-Risikopatienten. Dabei wird die gesamte Hautoberfläche von Kopf bis Fuß und von allen Seiten mit FotoFinder Imaging-Technologie fotografiert. Bei Kontrollen werden Vergleichsaufnahmen erstellt und ausgewertet, wobei auch künstliche Intelligenz zum Einsatz kommt, ein Bereich, in dem FotoFinder führend ist. Veränderte und neue Muttermale werden mithilfe der Software visualisiert. Dies sei ein ganz wichtiger Punkt, so Aimilios Lallas, da 70% der malignen Melanome „de novo“ – ganz neu – auf gesunder Haut entstehen. Oftmals verberge sich das Melanom in einer noch winzigen, auf den ersten Blick harmlos wirkenden neuen Läsion. Somit sei es nicht ausreichend, sich bei der Untersuchung auf einzelne Muttermale zu konzentrieren. In einer Studie von Lallas wurden 48% der Melanome nur mithilfe der Ganzkörperkartographie gefunden. Ergänzend zum Total Body Mapping werden atypische Läsionen zusätzlich mit dem Video-Auflichtmikroskop (Dermatoskop) unInternationaler Besuch FotoFinder Academy unter dem Motto „Rock Dermoscopy“ tersucht, um die Muster und Strukturen besser beurteilen zu können. Auch hier ist eine regelmäßige Kontrolle wichtig, denn nur mithilfe dermatoskopischer Verlaufsbilder lassen sich verdächtige Veränderungen frühzeitig feststellen. Jede Veränderung kann ein Hinweis auf Bösartigkeit sein, selbst wenn die Läsion unauffällig ist. Besonders ab dem 50. Lebensjahr sei jede Veränderung der Haut verdächtig, so die Referenten. Und nicht nur eine Zunahme der Größe von Muttermalen erfordere Aufmerksamkeit, so Zoe Apalla – auch regressive Läsionen, die sich zurückbilden und in manchen Fällen fast ganz verschwinden, können ein Hinweis auf Bösartigkeit sein. Raimonds Karls wies darauf hin, dass sich eine maligne Läsion bei tätowierten Patienten auch zwischen die Tattoos schleichen könne und daher anfangs oft unbemerkt bleibe. Für die „Rock Dermoscopy“ Academy reisten Ärzte nicht nur aus Europa, sondern auch aus Mexiko, Chile, Costa Rica, Namibia und Canada an. Die drei Speaker gehören zur Liga der internationalen Hautkrebskoryphäen. An den beiden Workshop-Tagen wurden zahlreiche Praxisbeispiele diskutiert. Von den Teilnehmenden wurden ausnahmslos die Brillanz der Vorträge, die gute Organisation und die schöne Atmosphäre in Bad Birnbach gelobt, wie Ismael Sanchez Umaña aus Costa Rica zusammenfasst: „Ich bin zum zweiten Mal bei der internationalen live Academy von FotoFinder und ich bin begeistert.“ Das Rahmenprogramm führte die Gäste zum Get-together in das FotoFinder Firmengebäude und zum Abschluss nach Huckenham, wo sie eine „Bavarian Night“ erwartete. Für den musikalischen Genuss sorgten am ersten Abend Christiane Öttl und Gerald Braumandl. Am zweiten Abend vermittelten Markus Engelstädter & Band mit ihrer Queen-Show unvergessliche Momente. Zu FotoFinder: Das niederbayerische Unternehmen entwickelt medizinische Bildsysteme seit 1991. Schwerpunkt sind die Hautkrebsfrüherkennung durch automatisches Total Body Mapping, digitale Dermatoskopie und künstliche Intelligenz sowie Trichoskopie und Psoriasis-Dokumentation. Daneben werden FotoFinder Systeme auch in der Ästhetik verwendet. Niederlassungen in Italien, Großbritannien und den USA sowie ein globales Netz von Distributoren ermögli-

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