15 CareWell Workshoptage Hinten v. l.: Cora Hänig (AOK), Kornelia Schmid (Pflegende Angehörige e. V.), Patrick Janson (Bay. Landesamt für Gesundheit & Lebensmittelsicherheit), Johanna Schmidt (Universitätsklinikum Erlangen), Anja Ecker (pflegende Angehörige), Elisabeth Graml (Gründerin InSiLa-Akademie), Sieglinde Schreiner (SVLFG) und Dr. Reinhard Eder (Gründer einer Selbsthilfegruppe) sowie vorne v.l. Dr. Sandra Kus (LMU), Roswitha Meier (BRK Kreisverband Neumarkt), Veronika Throner (LMU), Vildan Dogan (TUM Universitätsklinikum), Michaela Kirschneck (LMU), Dr. Claudia Buntrock (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg) und Dagmar Kühl (SVLFG) CareWell Wie muss eine Vorsorge aussehen, die pflegende Angehörige wirklich erreicht? Im Projekt „CareWell“ wurde diese Frage nun in einem hochkarätig besetzten Experten-Workshop an zwei Tagen reflektiert. Das Besondere: Neben pflegenden Angehörigen selbst brachten Vertreter aus Politik, Krankenkassen, Wissenschaft und Interessensverbänden sowie die Fördergeber ihre Expertise ein, um ein zukunftsfähiges stationäres Vorsorgeangebot für pflegende An- und Zugehörige zu entwickeln. Der Grundgedanke von „CareWell“ basiert auf seinem partizipativen Ansatz auf Augenhöhe. Der Workshop führte Akteure zusammen, die in der Versorgungspraxis oft nur indirekt miteinander kommunizieren. Durch diese Verzahnung wurde sichergestellt, dass das neue Angebot nicht nur medizinisch sinnvoll, sondern auch politisch gewollt und nachhaltig finanzierbar ist. In moderierten Arbeitsgruppen wurden die unterschiedlichen Anforderungen an das Projekt „CareWell“ aus Sicht diverser Perspektiven abgeglichen. Für die Vertreter der Wissenschaft und der Interessensvertretung war die Sicherung der Evidenzbasierung und die konsequente Ausrichtung an der Lebensrealität pflegender Angehöriger wichtig. Krankenkassen und Fördergeber legten den Fokus auf die Skalierbarkeit und die Integration in bestehende Versorgungsstrukturen. Die Politik führt dagegen die Diskussion über die notwendigen Rahmenbedingungen für zielgruppenspezifische präventive Vorsorgeangebote und digitale Begleitangebote. Ein Ergebnis der Diskussionen war die Bestätigung des hybriden Modells. Ein stationäres Vorsorgeangebot bietet den notwendigen Abstand vom Pflegealltag, doch erst die digitale Nachbetreuung sichert den langfristigen Erfolg. Sie dient als Werkzeugkasten, auf den die Angehörigen zu Hause zugreifen können, um das Erlernte in den oft belastenden Alltag zu integrieren. „Dass wir heute Vertreter verschiedener Akteursgruppen mit den Angehörigen an einem Tisch hatten, ist ein starkes Signal“, betont Dr. Sandra Kus, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Ludwig-MaximiliansUniversität München von „CareWell“. „Nur durch diesen ganzheitlichen Blick schaffen wir ein Angebot, das von pflegenden Angehörigen angenommen wird und ihnen eine echte Entlastung bieten.“ Die Ergebnisse des Workshops fließen nun unmittelbar in das Konzept ein, das diesen Sommer in die praktische Erprobung geht. Erste Pilotdurchgänge des Vorsorgeangebots sind für Juli und September in der Klinik Rosenhof in Bad Birnbach geplant. CareWell ist ein Verbundprojekt, das die stationäre Vorsorge für pflegende Angehörige durch digitale Komponenten begleitet. Es wird durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention gefördert und ist ein Kooperationsprojekt des Lehrstuhls für Public Health und Versorgungsforschung (IBE) an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit der Orthopädischen Rehaklinik Rosenhof Bad Birnbach und dem Markt Bad Birnbach.
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