Bad Birnbacher Kulturspatz

13 die schwebende Leichtigkeit der Arbeiten auf zartem Japanpapier. Der Kontrast sei charakteristisch. Egal, ob Holz gesägt, behauen, gekerbt, verbrannt oder gekalkt werde, ob Papierbahnen ungleich zugeschnitten, gerissen oder mit Kohle bearbeitet würden, zeige sich „ein feinsinniger, poetischer, freundlicher Blick auf unsere Umwelt, auf die Menschen um ihn.“ Was würde besser zu den Himmelsleitern passen als das jüngste Buch von Wolfgang Krinninger mit dem Titel „Wo der Himmel die Erde berührt“? Der langjährige PNP-Redakteur und heutige Chefredakteur des Passauer Bistumsblatts schreibt seit Kindheitstagen und hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Fünf Geschichten erzählte er an diesem Abend. „Ich glaube, es ist ganz wichtig, immer wieder kurz stehenzubleiben, auszusteigen aus dem Getöse des Alltags und zu staunen“, sagte Krinninger und erzählte in seinen Texten u. a. von einem Gespräch mit seiner verstorbenen Mutter, durch das er Katholisch-Sein als Bereicherung erfahren hat. Krinningers Jugendfreund Hannes Weinberger, der mit seinem virtuosen Gitarrenspiel die Skulpturen von Andreas Paul und die Worte von Wolfgang Krinninger in einen Klangteppich hüllte, ist der Dritte im Bunde. Es folgte ein lauer Sommerabend voller Begegnungen und guter Gespräche. -vg Der Künstler Bernhard Gerner präsentiert in seiner Hausgalerie in Lengham seine neuesten Werke. Zu sehen sind stimmungsvolle Landschaften, regionale und mediterrane Städtebilder, Florales sowie abstrahierte Kompositionen in Öl, Acryl und Aquarell. Im Mittelpunkt seiner Malerei steht das Zusammenspiel von Licht und Schatten. Klein- und großformatige Gemälde, leuchtende Farbklänge und eine fein abgestimmte Lichtführung verleihen den Bildern ihre unverwechselbare Atmosphäre. Hausgalerie Gerner Hauptstr. 4, 84364 Lengham bei Bad Birnbach Täglich 14 bis 18 Uhr, Eintritt frei Rund 100 Gäste fanden sich zur Vernissage von Andreas Paul mit seiner Ausstellung „Himmelsleitern“ im Innenhof des Artriums ein. Es war viel mehr als eine bloße Vernissage. Wolfgang Krinninger las aus seinem Buch „Wo der Himmel die Erde berührt“, Hannes Weinberger zeigte Virtuoses auf seinen Gitarren und so machte das Trio den Abend zum unvergesslichen Erlebnis. Bürgermeisterin Dagmar Feicht sprach nicht ohne Grund von einer „besonderen Ausstellung“. „Was man weiß, sieht man erst“, zitierte Laudator Dr. Ludger Drost Goethe aus dessen Einführung in die Propyläen, streifte Leonardo da Vincis Vorgehensweise in seinem Traktat zur Malerei und kam so auf eine Betrachtungsweise, die eine Neuschöpfung aus der Verbindung von Anschauung und eigener Erfahrung ermögliche. „Nennen wir es den poetischen Blick“, sagte der Laudator. Und das sei die Arbeitsweise des Bildhauers Andreas Paul. „Er blickt auf Holzstämme, auf Äste oder Bretter und entdeckt dabei Wesen: die Frau in der Eibe, einen Engel im zerschlissenen Holzblock, ein Menschenpaar, ein Hochhaus. Er fragt nach dem, was dieses Stück Holz bewohnt, ähnlich wie es Michelangelo nach Vasaris Überlieferung tat, wenn er eine im Steinblock bereits fertig hineingedachte Figur mit dem Meißel zu befreien suchte“, so Drost. Andreas Paul arbeite mit Holz, das oftmals ausgesucht eigenwillig und somit schlecht zu bearbeiten sei, er ist nicht nur Bildner, sondern auch Erzähler. Als gelernter Sozialpädagoge und Theologe habe er auch Botschaften zu verkünden. Ein Thema: Der Mensch und seine Beziehungen. So beeindrucken zwei schwarze Silhouetten-Figuren im Wandelgang, zwei verkohlte, mit der Säge in Form gebrachte Bretter. „Sie sind nach Pauls Worten bereits miteinander durchs Feuer gegangen, aber sie haben sich dabei nicht verloren.“ Ganz im Gegensatz zum schweren, zerklüfteten, verdrehten und verletzten Holz stehe Ausstellung im Artrium – Himmelsleitern Kunstwochen 2026 in der Hausgalerie Gerner von 11. bis 22. September Kunst v.r. Bürgermeisterin Dagmar Feicht, Wolfgang Krinninger, Hannes Weinberger, Rut Kohn, Andreas Paul mit Enkel Benjamin Paul und Laudator Dr. Ludger Drost

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